Donnerstag, 7.10.2010
"Im Leben fängt man dann und wann auch wieder mal von vorne an" (Bad Münster am Stein). Wieder lag die Weisheit auf dem Römer, in der kleinen Weinstube, in der ich meinen Gastgeber eingesammelt habe, um in Mantis Roofgarden Meike Fessmann in eine Diskussion über Sinn und Notwendigkeit von Literatur zu verwickeln und Peter Wawerzinek wie einen Derwisch tanzen zu sehen. Danach führte kein Weg mehr zur Rowohlt-Party. Ich bin froh, dass der Donnerstagmorgen mit Lars Claßen auf der Dachterrasse vom Agents Center beginnt. Wie erörtern die Notwendigkeit eines Stiftungsfonds bzw. einer Pflichtabgabe - ähnlich der VG Wort - für die großen Häuser, die den kleineren Independents gerne mal die mühsam aufgebauten, nun zu Namen gekommenen AutorInnen abwerben. Eine Art Ablösesumme. Inwiefern dieser Ablasshandel die Gefahr der ethisch-moralischen Entpflichtung in sich trägt, muss zunächst offen bleiben, damit ich rechtzeitig bei Diogenes bin, um Anna von Planta rechtzeitig die eigens für sie aufgetriebene Paula Bomer anzubieten. Bei Ullstein stattet mich Ulrike Seidemann mit dem Auftrag aus, nach ungewöhnlichen Berufsbildern Ausschau zu halten (das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Damen und Herren AutorInnen). Nach Stationen bei Droemer und Random House amüsiere ich mich mit meinem Wartegnossen vor dem AC darüber, wie viele Identitäten sich vor dem AC innerhalb kürzester Zeit zusammensammeln lassen (Are you Jane? - Sind Sie Frau Gröbel? - Excuse me, Bridget? - Mara Liardi?)und über die Angst, seinen Gesprächspartner nach einem Jahr nicht wieder zu erkennen. Ich werde zuerst vom Richtigen gefunden. Nach einer halbstündigen Einführung in die Agentur-Software Pass verpflichte ich mich, Pass ab Dezember einzusetzen. Das Ding kann Briefe schreiben, Tantiemen ausrechnen und braucht vermutlich nicht mal Streicheleinheiten und Urlaubstage. Nach Stationen bei Hanser und Rowohlt verlasse ich mit 2 Kg Emma Goldmann Autobiographie unter dem Arm das Messegelände in Richtung Sonnenuntergang. Ein guter Abgang für dieses Jahr.
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Über die Angst, seinen Gesprächspartner nicht wieder zu erkennen. Buchmesse Frankfurt 2010.
@ 09. Okt 2010 – 09:20:33
0 Kommentare zu "Über die Angst, seinen Gesprächspartner nicht wieder zu erkennen. Buchmesse Frankfurt 2010."
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